Béla Bartók (1881–1945)
Rumänische Volkstänze
Über das Werk
Béla Bartók sammelte ab 1908 mit einem Phonographen Volksmusik in Siebenbürgen — Melodien, die bis dahin nie aufgeschrieben worden waren. 1915 fasste er sieben davon zu einem Klavierzyklus zusammen, den er zunächst „Rumänische Volkstänze aus Ungarn“ nannte.
Die Stücke sind kurz, zusammen kaum sechs Minuten, und jedes trägt den Namen seiner Herkunft: ein Stabtanz, ein Gürteltanz, ein Tanz aus Bucsum, ein rumänischer Polka-Tanz. Bartók glättete die Melodien nicht; die ungewohnten Tonleitern und asymmetrischen Betonungen bleiben stehen.
Der Zyklus existiert in zahllosen Bearbeitungen — für Orchester von Bartók selbst, für Violine und Klavier von Zoltán Székely, für nahezu jede denkbare Kammerbesetzung. Er gehört zu den meistgespielten Stücken des 20. Jahrhunderts.