Astor Piazzolla (1921–1992)
Las Cuatro Estaciones Porteñas
Über das Werk
Die „Cuatro Estaciones Porteñas" — die vier Jahreszeiten von Buenos Aires — gelten als Astor Piazzollas Antwort auf Vivaldis berühmte Concerti. Piazzolla komponierte die Sätze ursprünglich einzeln zwischen 1965 und 1970, jeweils für sein Quintett — und nicht als zusammenhängenden Zyklus. Erst spätere Bearbeitungen, allen voran die Trio-Fassung von Leonid Desyatnikov für Gidon Kremer, fassen die vier Stücke zu einem Werk zusammen, das direkt mit Vivaldi dialogisiert.
Verano Porteño (Sommer), Otoño Porteño (Herbst), Invierno Porteño (Winter) und Primavera Porteña (Frühling) sind eigenständige musikalische Charakterstücke, die den Jahreszeiten-Topos auf das Leben in Buenos Aires übertragen. Tango-Rhythmen, Bandoneon-Idiomatik und harmonische Reichweite machen die Stücke zu Schlüsselwerken des „Tango Nuevo".
In der Trio-Version (Klavier, Violine, Cello) entfalten sie zugleich rhythmische Schärfe und melancholische Wärme — eine Mischung, die Piazzollas Anziehungskraft bis heute ausmacht.