Gideon Klein (1919–1945)
Streichtrio
Über das Werk
Das Streichtrio des tschechischen Komponisten Gideon Klein ist sein letztes vollendetes Werk und entstand zwischen September und Oktober 1944 im Konzentrationslager Theresienstadt. Wenige Tage nach Fertigstellung der Partitur wurde Klein nach Auschwitz und von dort nach Fürstengrube deportiert, wo er Anfang 1945 ermordet wurde — kurz vor seinem 26. Geburtstag.
Das Trio ist in drei Sätzen angelegt (Allegro, Variationen über ein mährisches Volkslied, Molto vivace) und gilt heute als eine der wichtigsten Kammermusik-Stimmen aus Theresienstadt. Trotz der Lagerbedingungen ist die Partitur klanglich klar, formal souverän und voller Energie. Die Variationen-Mittelsatz greift ein mährisches Volkslied auf — eine letzte musikalische Heimatreise.
Das Werk wird heute zunehmend aufgeführt — als Mahnung und als Beweis, dass künstlerische Integrität auch unter den extremsten Bedingungen möglich war. Gemeinsam mit den Werken von Hans Krása, Pavel Haas und Viktor Ullmann zählt es zu den zentralen Stücken des „Repertoires Theresienstadt".