Arnold Schönberg (1874–1951)
Verklärte Nacht
Über das Werk
Arnold Schönberg komponierte „Verklärte Nacht“ 1899 innerhalb von drei Wochen — er war 25 Jahre alt. Das Werk für Streichsextett folgt einem Gedicht von Richard Dehmel: Ein Paar geht durch einen kalten, mondhellen Hain. Die Frau gesteht, dass sie ein Kind von einem anderen Mann erwartet. Der Mann antwortet, dass ihre Wärme das fremde Kind zu seinem eigenen machen werde. Die Nacht, in der sie gehen, verklärt sich.
Musikalisch steht das Werk an einer Schwelle. Es ist noch spätromantisch, in der Klangwelt von Wagner und Brahms, und geht doch harmonisch weiter als beides. Die Wiener Uraufführung wurde zunächst abgelehnt, weil eine Partitur einen Akkord enthielt, den die Harmonielehre nicht kannte — angeblich mit der Begründung, man könne ein Werk nicht aufführen, das einen nicht existierenden Akkord verwende.
Später bearbeitete Schönberg das Sextett zweimal für Streichorchester. Die Originalfassung für zwei Violinen, zwei Violen und zwei Violoncelli dauert etwa dreißig Minuten und gilt als sein meistgespieltes Werk.