Dmitri Schostakowitsch (1906–1975)
Streichquartett Nr. 8 in c-Moll, op. 110
Über das Werk
Dmitri Schostakowitsch schrieb sein achtes Streichquartett im Juli 1960 in Gohrisch bei Dresden — in nur drei Tagen. Er war zu Filmaufnahmen über die Zerstörung der Stadt dort, und die Widmung lautet offiziell „Den Opfern des Faschismus und des Krieges“. In Briefen an seinen Freund Isaak Glikman nannte er es anders: ein Quartett, das er sich selbst gewidmet habe, als sei es sein eigener Nachruf.
Durch alle fünf ununterbrochen gespielten Sätze zieht sich das Tonmotiv D–Es–C–H — in deutscher Notation die Initialen des Komponisten, D. SCH. Dazu zitiert Schostakowitsch aus seinen eigenen Werken: aus der Ersten und Fünften Sinfonie, dem Klaviertrio Nr. 2, dem Cellokonzert, der Oper „Lady Macbeth von Mzensk“. Wer die Zitate erkennt, hört eine Autobiografie in Tönen; wer sie nicht erkennt, hört trotzdem, dass hier jemand über sich selbst spricht.
Das Quartett dauert rund zwanzig Minuten und gehört zu den meistgespielten Werken der Gattung im 20. Jahrhundert.