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Erwin Schulhoff (1894–1942)

Hot Sonata

Komponiert
1930
Besetzung
Alt-Saxophon und Klavier
Dauer
ca. 12 Minuten

Über das Werk

Die „Hot Sonata" des in Prag geborenen Erwin Schulhoff ist eines der eindrucksvollsten Beispiele für die Verschmelzung von Klassik und Jazz in den 1920er Jahren. Schulhoff, geprägt von der Berliner und Pariser Avantgarde, war ein leidenschaftlicher Anhänger der zeitgenössischen Tanzmusik – und führte die rhythmische Energie des Jazz konsequent in die klassische Form der Sonate.

Die vier Sätze sind durchnummeriert ohne Tempobezeichnung – eine Geste, die das ungewohnte stilistische Terrain markiert. Synkopen, Blue Notes, ostinate Bass-Figuren und improvisationsähnliche Passagen prägen das Werk; gleichzeitig hält Schulhoff an klassischer Satzlogik und thematischer Arbeit fest.

Schulhoff, jüdischer Herkunft und politisch links engagiert, wurde von den Nationalsozialisten als „entartet" verfolgt und starb 1942 im bayerischen Internierungslager Wülzburg. Seine Werke gerieten nach 1945 lange in Vergessenheit und werden seit den 1990er Jahren wieder regelmäßig aufgeführt.

Konzerte mit Hot Sonata