Erik Maier
Violine
Biografie
Der deutsche Geiger Erik Maier zählt zu den jüngsten Vertretern der Münchner Geigenschule. Sein Repertoire reicht von der Wiener Klassik bis ins 20. Jahrhundert, mit besonderem Gespür für solistische und kammermusikalische Klarheit.
2006 in München in eine Musikerfamilie geboren, erhielt Maier mit fünf Jahren seinen ersten Geigenunterricht bei Kirill Troussov und studiert seit dem Wintersemester 2022 als Jungstudent an der Hochschule für Musik und Theater München, zunächst bei Christoph Poppen und Pinchas Adt, seit Winter 2024 in der Klasse von Julia Fischer. Er ist Preisträger zahlreicher Wettbewerbe — darunter der 1. Preis bei der Hamburg International Music Competition, ein Sonderpreis beim Internationalen Kloster Schöntal Wettbewerb sowie zahlreiche erste Preise beim Bundeswettbewerb Jugend Musiziert. Als Preisträger der Deutschen Stiftung Musikleben spielt er auf einer Violine von Stefano Scarampella; weitere Impulse erhielt er bei der Sommerakademie des Mozarteums, dem Erben Music Festival und der Kronberg Academy. Sein Orchesterdebüt gab er im Künstlerhaus München mit der Kammerphilharmonie dacapo, weitere Auftritte führten ihn u.a. in die Laeiszhalle Hamburg.
Bei Elysium Concerts ist Erik Maier am 21. November 2025 mit dem Programm „Groove Europa“ im Johannissaal von Schloss Nymphenburg zu erleben — gemeinsam mit Bernardo Bertamini (Klarinette), Simon Luethy (Violine), Carla García (Viola), Kokoro Ryu (Cello) und Haruka Ogawa (Klavier). Der Abend versammelt Arrangements quer durch die europäische Musikgeschichte — von Rameau und Vivaldi über Mozart und Beethoven bis zu Bartóks Rumänischen Tänzen und Schostakowitschs Jazz-Suite.
Im Gespräch
Was reizt dich am Programm „Groove Europa“?
Es ist eines der seltenen Klassik-Programme, in denen wirklich getanzt wird — Arrangements quer durch fünf Jahrhunderte, alle so gemacht, dass die ursprüngliche Energie freigelegt ist. In dieser Sechser-Besetzung wechselt die Geige ständig die Rolle: mal Solist, mal Begleiter, mal Tanzpartner. Das ist musikalisch unfassbar lebendig.
Du studierst bei Julia Fischer. Wie verändert das deine Arbeit?
Julia hat eine Klangvorstellung, die unglaublich klar ist — sie weiß genau, wie eine Phrase atmen soll, bevor sie überhaupt gespielt wird. Bei ihr lernt man, dass technisches Können nichts wert ist, wenn die musikalische Intention nicht bis ins kleinste Detail geklärt ist. Das hat meine Art zu üben grundlegend verändert.
Du spielst eine Violine von Stefano Scarampella. Was bedeutet dir dieses Instrument?
Die Scarampella hat einen sehr italienischen Klang — warm, mit einer leichten Schärfe in den Höhen, die sich für lyrisches Spiel eignet. Sie ist eine Leihgabe der Deutschen Stiftung Musikleben, was mir bewusst macht, dass ich hier einen Klang verantworte, der nicht meiner ist und doch zu mir gehört.
Du bist 2006 in München geboren — und spielst nun bei Elysium Concerts in Schloss Nymphenburg. Wie fühlt sich das an?
Ich bin in dieser Stadt aufgewachsen, und der Johannissaal ist ein Ort, den ich seit der Schulzeit kenne. Hier mein erstes Konzert mit Elysium zu spielen, gemeinsam mit Musiker:innen, die ich teilweise von der HMTM kenne, ist ein Heimspiel im besten Sinne.
„Groove Europa“ hat sechs Mitwirkende. Wie unterscheidet sich das vom Spielen im Streichquartett?
Im Streichquartett ist die Rollenverteilung klar — vier Stimmen, alle Streicher. „Groove Europa“ stellt sechs sehr unterschiedliche Instrumente nebeneinander: Klarinette, zwei Violinen, Bratsche, Cello, Klavier. Das verlangt mehr Hören und mehr Flexibilität, weil jede Stimme eine ganz eigene Klangfarbe einbringt. Genau das macht es spannend.