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Gedenkkonzert München am 8. Mai 2026 — Nie Wieder Ist JETZT im Schloss Nymphenburg

Gedenkkonzert München am 8. Mai 2026 — Nie Wieder Ist JETZT im Schloss Nymphenburg

Am Freitag, 8. Mai 2026, 19 Uhr, gestaltet Elysium Concerts im Johannissaal von Schloss Nymphenburg ein Gedenkkonzert in München — 81 Jahre nach dem Kriegsende. Auf dem Programm: Werke jüdischer Komponisten, die im Nationalsozialismus verfolgt, deportiert oder ermordet wurden — kombiniert mit Lyrik von Paul Celan, Stefan Zweig, Thomas Mann und Alma Mahler-Werfel. Das Konzert Nie Wieder Ist JETZT ist mehr als eine musikalische Erinnerung — es ist ein Statement: Erinnern ist nicht passiv.

Warum gerade in München, warum gerade jetzt?

München war im Nationalsozialismus „Hauptstadt der Bewegung“ — Gründungsort der NSDAP, Ort des Hitlerputschs, Bühne des Königsplatz-Aufmarsches. Schloss Nymphenburg liegt nur sechs Kilometer vom ehemaligen Braunen Haus entfernt. Diese Topografie macht den Ort zur besonderen Bühne für ein Programm, das die in München und ganz Deutschland zum Schweigen gebrachten Stimmen wieder hörbar macht. Klassische Konzerte in München haben heute eine Verantwortung — und der 8. Mai erinnert daran, warum.

Das Programm in vier Teilen

1. Prolog — Das Schweigen

Den Auftakt bildet Arvo Pärts „Fratres“ in der Fassung für Violine und Klavier — ein Werk, das der estnische Komponist 1977 unter sowjetischer Repression schrieb und das heute weltweit zu Trauer- und Gedenkanlässen erklingt. Begleitend: kurze Zitate von Überlebenden.

2. Verfolgung und Gewalt

Im Zentrum dieses Teils stehen Werke, die im Konzentrationslager Theresienstadt entstanden. Gideon Kleins Streichtrio — komponiert zwischen September und Oktober 1944 — gilt als sein Vermächtnis. Der letzte Eintrag in der Partitur datiert vom 7. Oktober 1944; neun Tage später wurde Klein nach Auschwitz deportiert. Er wurde keine sechs Monate später, im Januar 1945, im Außenlager Fürstengrube ermordet — mit nur 25 Jahren. Hans Krása — Komponist der berühmten Theresienstadt-Kinderoper „Brundibár“ — wurde am 17. Oktober 1944 in Auschwitz ermordet, am Tag nach seiner Ankunft. Seine Passacaglia und Fuge ist eines seiner letzten Kammermusik-Werke. Ergänzt wird der Block durch Lyrik von Paul Celan, dessen Eltern 1942 in Transnistrien ermordet wurden — darunter Auszüge aus der „Todesfuge“.

3. Exil und Widerstand

Hans Krásas Tanec („Tanz“) und Erwin Schulhoffs „Hot Sonata“ aus dem Jahr 1930 markieren den Bogen zu jener Musik, die als „entartet“ gebrandmarkt wurde — Jazz-Idiom in klassischer Form, kompositorische Avantgarde. Schulhoff starb 1942 im bayerischen Internierungslager Wülzburg, nur 150 Kilometer von München entfernt. Der Block wird gerahmt von Briefauszügen aus dem Exil — von Thomas Mann, Stefan Zweig und Alma Mahler-Werfel. Stefan Zweig setzte 1942 in Petrópolis seinem Leben ein Ende — sein Abschiedsbrief endet mit den Worten: „Mögen sie die Morgenröte sehen nach der langen Nacht.“

4. Befreiung und Aufbruch

Den Abschluss bilden zwei Werke, die Hoffnung formulieren. Der vierte Satz von Schostakowitschs Klaviertrio Nr. 2 e-Moll, op. 67 aus dem Jahr 1944 baut auf einer klezmer-artigen jüdischen Tanzmelodie auf — Schostakowitschs persönliche Reaktion auf die ersten Berichte aus den befreiten Lagern. Das Konzert endet mit Beethovens „Ode an die Freude“ — heute Hymne der Europäischen Union, von Bernstein zum Mauerfall 1989 mit dem Wort „Freiheit“ statt „Freude“ dirigiert.

Die Mitwirkenden

Die Solist:innen vereinen Stimmen verschiedener Generationen und Hintergründe — gemeinsam mit dem Schauspieler Konrad Amrhein, der die Lyrik liest. Eine Konstellation, die genau das verkörpert, was das Programm aussagen will: Erinnerung als gemeinsame Aufgabe, nicht als Ritual.

Der 8. Mai als Datum

Der 8. Mai 1945 markiert die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht in Berlin-Karlshorst — und damit das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa. Bundespräsident Richard von Weizsäcker prägte den Tag 1985 in seiner Rede als „Tag der Befreiung“. Acht Jahrzehnte später — im Gedenkjahr nach dem 80. Jahrestag — bekommt das Datum neue Dringlichkeit: Die letzten Zeitzeug:innen sterben, die historische Distanz wächst, die Verantwortung bleibt.

Tickets, Anfahrt, Praktisches

Tickets sind direkt über die Konzertseite zum Konzert „Nie Wieder Ist JETZT“ über Pretix buchbar. Beginn ist 19:00 Uhr, Einlass 18:30 Uhr. Spielstätte ist der Johannissaal im Südtrakt von Schloss Nymphenburg — erreichbar mit der Tram 17 bis Haltestelle „Schloss Nymphenburg“, von dort etwa 10 Minuten Fußweg.

Häufige Fragen zum Gedenkkonzert

Wie lange dauert das Konzert?

Das Konzert dauert mit Pause etwa zwei Stunden. Beginn 19:00 Uhr, Einlass ab 18:30 Uhr.

Ist das Konzert für Klassik-Einsteiger:innen geeignet?

Ja. Das Programm verbindet Musik mit gelesener Lyrik und einer klaren dramaturgischen Linie — Prolog, Verfolgung, Exil, Befreiung. Die Mischung aus Werken, Texten und Erläuterungen macht den Abend zugänglich, auch wenn man die einzelnen Komponisten noch nicht kennt.

Kann man Werke der „entarteten Musik“ sonst irgendwo in München hören?

Selten so kompakt programmiert wie an diesem Abend. Einzelne Werke von Schulhoff, Klein oder Krása stehen gelegentlich auf Festivalprogrammen oder in Sonderkonzerten — eine durchgehende Auseinandersetzung mit dieser Musikgeschichte ist eher die Ausnahme als die Regel. Mehr zur Kammermusik-Szene Münchens unter Kammermusik in München.

Wie ist die Anfahrt zum Schloss Nymphenburg?

Mit der Tram 17 bis Haltestelle „Schloss Nymphenburg“, von dort etwa 10 Minuten Fußweg zum Johannissaal. Mit dem Auto sind die Parkplätze am Schloss begrenzt — frühzeitige Anreise empfohlen oder ÖPNV nutzen.

Welche Werke werden konkret gespielt?

Pärt: Fratres · Klein: Streichtrio (1944) · Krása: Passacaglia und Fuge sowie Tanec · Schulhoff: Hot Sonata · Schostakowitsch: Klaviertrio Nr. 2 e-Moll, op. 67 (4. Satz) · Beethoven: Ode an die Freude (Trio-Bearbeitung). Lyrik von Paul Celan, Thomas Mann, Stefan Zweig und Alma Mahler-Werfel, gelesen von Konrad Amrhein.

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